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Blasmusik in Lichtenau hat Tradition, nicht erst seit 1910, der Gründung des Musikvereins, sondern wie aus Protokollen der Feuerwehr hervorgeht, gehen diese bis ins Jahr 1869 zurück.

Hier ein Auszug aus dem Protokoll des Verwaltungsrates der Feuerwehr Lichtenau vom 4. November 1869:

Betreffes der vom Kommandanten vorläufig angekauften Musikinstrumente wird beschlossen, diese auf Rechnung der Feuerwehr zu übernehmen. Ferne wurde beschlossen, dass Noten und Instrumente Eigentum der Feuerwehr bleiben. Die Musiker verpflichten sich, kostenlos für die Feuerwehr zu musizieren. Spielten sie auf „Eigene Rechnung“, so mußte eine Abgabe an die Feuerwehrkasse entrichtet werden.

Die Feuerwerhmusik hatte im Jahre 1870 10 aktive Mitglieder. Diese Abmachungen zwischen Musikern und Feuerwehr wurden alle paar Jahre „aktualisiert“.  So ist im Protokoll von 1885 zu lesen:

… wird künftig für jeden Musiker im Jahr 12 Mark bezahlt.

Die Musiker waren verpflichtet, für eine bestimmte Zeit ( 3 bis 5 Jahre ) aktiv mitzuspielen. Hatte man keinen triftigen Grund, so mußte jeder Musiker beim ausscheiden eine Strafe zahlen.

  • 1910 wurde von 13 Männern aus Lichtenau und Ulm eine Musikkapelle unter der Stabführung der Feuerwehr gegründet. Frühere Aufzeichnungen über musikalische Gruppierungen aus den Unterlagen der Feuerwehr die bis ins Jahr 1870 zurückgehen, konnten allerdings nicht näher belegt werden. Franz Knebel erhielt den Auftrag vom damaligen Feuerwehrkommandenten Bertsch, Musiker zu suchen um wieder eine Musikkapelle zu formieren. In „Uibels Korbfabrik“ fanden sich dann dort beschäftigte junge Männer aus Lichtenau und Ulm zusammen um gemeinsam zu musizieren. Die Gründungsmitglieder waren: Hans Schulz, August Hönig, August Lauppe, Friedrich Pfetzinger, Josef Bahlinger, Ludwig Müller, Karl Schilling, Hermann Weissenburger, Josef Hauck, Franz Knebel, Fritz Kautz und Hermann Speierer. Als Dirigent stand Franz Knebel zur Verfügung. Bei der Generalversammlung der Feuerwehr im März 1910 konnte Franz Knebel dann dem Kommandanten den Vollzug zur Wiedergründung einer Musikkapelle melden.Während des ersten Weltkrieges kam das junge Vereinsleben zum Erliegen1924 Unter der Regie der Freiwilligen Feuerwehr wurde im Jahr 1924 die Kapelle wieder ins Leben gerufen. Die treibende Kräfte hierbei waren der Lindenwirt und Feuerwehrkommandant Wilhelm Börschig und der Pfarrer Dekan Bühler. Die Ausbildung und die Führung der Kapelle wurde von Herrn Pfetscher aus Achern übernommen. Der erste Auftritt der neu formierten Kapelle war zur Abschlußprobe der Feuerwehr am 3. November vor dem Gasthaus Ochsen in Lichtenau. Wilhelm Börschig stellte ihm während der Ausbildungszeit freie Wohnung und Beköstigung. Als Dank für die Mühen der Ausbildung wurde unter den Mitgliedern Kartoffeln gesammelt. Der 2. Kommandant Schulmeister sammelte die Kartoffeln ein und konnte so einen Wagen mit 44 Korb Kartoffeln nach Achern zu Herrn Pfettscher fahren.  Die Instrumente, Noten und Zubehör wurden von der Feuerwehr unentgeltlich gestellt.1933 In den 30iger Jahren führte Friedrich Kummer die Kapelle und sie erhielt den Namen Standarten-Kapelle, blieb jedoch der Feuerwehr unterstellt, konnte aber auf Anfrage jederzeit auch der SA zur Verfügung gestellt werden. 

    1939 Durch den Kriegsbeginn im Jahre 1939 wurde der Kapelle wiederum eine Zwangspause auferlegt und viele Musiker kamen aus den Kriegswirren nicht mehr in ihre Heimat zurück,

     

     

    1949 Im November 1949 traf sich das Feuerwehrkommando zusammen mit jungen Leuten, die Interesse an der Musik hatten, im Rathaus um eine Neugründung der Kapelle voranzutreiben. Es stellte sich heraus, dass es genügend Interessenten gab, jedoch keine finanziellen Mittel da waren, auch nicht von Seiten der Gemeinde, um Instrumente zu beschaffen.

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